2018: lauter Diven

"Diva" kommt von lateinisch "Divus" und bedeutet "die Göttliche".
Laut Wikipedia wird der Begriff angewendet, wenn eine Person einzigartig und sich auch dessen bewusst ist.
Demnach ist eine "Diva" launenhaft und pflegt exzentrische Allüren bis hin zur Schikanierung ihres persönlichen Umfeldes.

Und was hat das jetzt mit Wein zu tun?

Nun, die 2018er Weine verhalten sich im Keller launenhaft, sie pflegen exzentrische Allüren und sie schikanieren ihr persönliches Umfeld. Nämlich mich.
Möchte ich, dass ein Wein sicher durchgärt, dann stellen die Hefen vorher ihre Arbeit ein. Strebe ich einen restsüßen Wein an, dann kann ich sicher sein, dass die Hefen ihre Arbeit nicht eher unterbrechen wollen, als bis der letzte Rest an Traubenzucker zu Alkohol verwandelt ist. Möchte ich, dass ein Wein zügig gärt um einen trockenen Sektgrundwein zu erhalten, dann zockelt die Gärung gelangweilt vor sich hin. Strebe ich eine langsame Gärung an zur Schonung des Aromas, dann arbeiten meine lieben Mikroorganismen auf Hochtouren. Die Weine tun was sie wollen. Sie sind gut und sie wissen das.

Natürlich würde ich sie nicht "göttlich" bezeichnen. Schon gar nicht im Weinkeller in deren Anwesenheit.
Doch hier, an dieser Stelle kann ich sagen: 2018 bringt wunderbar ausdrucksstarke, fruchtbetonte und gleichzeitig süffige Weine.
Die ersten davon konnten wir schon in Flaschen füllen. So auch den Rosé. In der Vergangenheit immer trocken ausgebaut, hatte ich auch in diesem Jahr "trocken" angeordnet. Und was haben die Hefen gemacht? –Feinherb. Der 18er Rosé ist feinherb. - Aber toll!